Geld gegen Vernunft

Derzeit stehen in München fast an jeder Straßenecke die Großplakate der Startbahn-Befürworter. Darauf zu sehen sind junge Gesichter, die uns quasi zurufen, wenn die 3. Startbahn des Flughafens München komme, dann bringe das mehr Arbeitsplätze und  Lebensqualität. Richtig professionell wirkt dies, und tatsächlich, dahinter stehen ja auch Profis. Die Flughafengesellschaft (FMG), die zu 51% dem Staat Bayern, 26% dem Bund und 23% der Stadt München gehört, hat die Werbeagentur „Heller & Partner“ beauftragt, mit einer „Bürgerinitiative” für die 3. Startbahn zu werben. Damit nicht Merkel, Seehofer und Ude vorne dran stehen, hat man „Sympathieträger“ engagiert: Reinhold Messner, Nina Ruge und Wolfgang Fierek zum Beispiel und dazu die Unternehmen BMW, Käfer, Sixt und FC Bayern München. Da ist natürlich viel Geld im Spiel. Geld wirbt mit Medien, also mit Plakaten, Zeitungen und Sendern. Dort wird alles so oft wiederholt, bis es der letzte Bürger auch verstanden hat.

Nachdem eine richtige Bürgerinitiative im November letzten Jahres die erforderlichen 34.000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren einreichen konnte, damit die Münchner über die 3. Startbahn abstimmen können, hat OB Christian Ude, als Vertreter des hinter der FMG stehenden Großkapitals, die Flucht nach vorne angetreten und einen Vorschlag für die 3. Startbahn formuliert. Am Sonntag, 17.Juni, können alle Münchner abstimmen, ob sie die 3. Startbahn ablehnen oder dem Vorschlag der rot-grünen Stadtregierung für die Startbahn zustimmen.

Das Argument, die 3. Startbahn würde Arbeitsplätze bringen, muß relativ gesehen werden. Die FGM und der Dienstleister Aerogate haben in den letzten Jahren die Arbeitsplätze am Flughafen schrittweise abgebaut. Dazu kommt, daß Unterauftragnehmer (Leihfirmen) zu arbeitnehmerfeindlichen Bedingungen zugange sind und viele Arbeitsplätze gerade mal mit 400 Euro pauschal vergütet werden. Dagegen stehen rund 200.000 Menschen in sechs Landkreisen, die durch Fluglärm unmittelbar betroffen sind oder demnächst sein werden. Die 3. Startbahn, deren Notwendigkeit ein umstrittenes Gutachten mit steigendem Passagieraufkommen, mehr Flugbewegungen und mehr Frachtaufkommen herbeiprognostiziert, soll bis in die Vororte von Freising hineingeplant werden.

Schon heute sieht es im Erdinger Moos so aus wie an der ehemaligen Zonengrenze. Dazu der Lärm zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten mit täglich rund 650 Überflügen bei 62 db(A). Dieses Stück Lebensqualität blüht nun allen südlichen Freisinger Stadtteilen von Attaching über Lerchenfeld, Seilerbrückl, Neulandsiedlung, Weihenstephan, Vötting und Hohenbachern. Ist das den Münchnern „wurscht“? Nur um für 39 Euro zum „shopping“ nach London zu fliegen?

1 Kommentar zu “Geld gegen Vernunft”

  1. M. Also Says:

    Da ich weder den Gegnern ( Grüne, etc. ) noch den Befürwortern ( s.o. ) über den Weg traue, bitte ich Sie um eine Abstimmungsempfehlung.

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