Aufstand gegen Straßenschilder

Eine denkwürdige Diskussionsveranstaltung im Rathaus

Schon im Juli 2006  beschloß der Kommunalausschuß des Münchner Stadtrats mit den Stimmen von Grünen und SPD und gegen den Willen nahezu aller Anwohner die „Straßenneubenennung der ‚Von-Trotha-Straße’ in ‚Hererostraße’“. Zur Begründung der Umbenennung diente die Rolle des Generalleutnants Lothar von Trotha (1845–1920) bei der Niederschlagung des Herero-Aufstandes in Deutsch-Südwest im Jahr 1904.

Doch das war dem Münchner Ausländerbeirat, der sonst offenbar keine Probleme hat, zu wenig. Er legte deshalb nach und präsentierte am 26. März 2012 gleich eine ganze Wunschliste für weitere Umbenennungen. Betroffen sind etwa die Groß-Nabas-Straße, die Swakopmunder Straße und die Taku-Fort-Straße, weil dort „Massaker“ stattgefunden hätten.

Natürlich führte das Ansinnen des Ausländerbeirats zu Unstimmigkeiten und Auseinandersetzungen bei Anwohnern und in den Bezirksausschüssen. Vor allem die Anwohner sind in ihrer Mehrheit, wie schon im Fall der Von Trotha-Straße, gegen weitere Umbenennungen. Den Ausländerbeirat ficht das nicht an. Um die Dringlichkeit der Straßenumbenennungen im Münchner Osten zu unterstreichen, lud er dieser Tage gemeinsam mit dem „Arbeitskreis Panafrikanismus München e.V.“ zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Koloniale Straßennamen: wie lange noch?“ ins Münchner Rathaus ein.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung, moderiert von Almut Hilscher, einer langjährigen Afrika-Korrespondentin des „Spiegel“, wurde darauf hingewiesen, daß von einer Gruppierung, die mit einem Stadtrat im Rathaus vertreten ist, der Ausländerbeirat schon mal als „überflüssig“ bezeichnet worden sei – erschreckend. Daraufhin stellten die Podiumsteilnehmer/innen ihre Ansichten zum Thema vor, wobei CSU-Stadtrat Hans Podiuk noch die beste Figur abgab. Grünen-Lobbyist Siegfried Benker vertrat dagegen voll und ganz die Position des Ausländerbeirats und des „Arbeitskreises Panafrikanismus“. Schwarze Diskussionsteilnehmer – nicht von der CSU, dafür in exotischer Gewandung – wiederum strotzten vor Selbstbewußtsein. Eine schwarze Teilnehmerin beklagte mit lauter Stimme ihr Schicksal und das ihrer Kinder, die gezwungen seien, täglich mit den Straßentafeln, auf denen die Namen der Unterdrücker prangten, konfrontiert zu werden.

Schließlich kam BIA-Vertreter Manfred Schiessl zu Wort, unvergessen seit seiner Kandidatur zum Ausländerbeirat mit der BIA-nahen Liste ALK vor zwei Jahren. Er meinte, für ihn sei die Umbennungswut ein Tribut an den Zeitgeist oder „Mainstream“, der zur Zeit scharf links stehe. Schiessl argumentierte, man solle die Straßennamen so belassen, wie sie sind – die Stadt könne ja mit verstärkten Anstrengungen im Wohnungsbau neue Straßen schaffen und diese dann neu benennen. Vermutlich ein frommer Wunsch, so lange es viel vordringlichere Herausforderungen der Stadtpolitik gibt – wie zum Beispiel die Umbenennung der verbliebenen Münchner „Kolonialstraßen“…

2 Kommentare zu “Aufstand gegen Straßenschilder”

  1. Karl Kuhn Says:

    Haben Stadträte keine anderen Probleme als sich mit solchen Themen zu beschäftigen? Wenn es nach den Grünen geht (und da ist Herr S. Benker nur ein kleiner Teil davon) würden sich das ganze Land umbenennen und umschreiben. “Deutschland” könnte dann als “Villa Kunterbunt” zukünftig seinen Weg gehen.

  2. Bavaria Says:

    Achte den Feind, der es ehrlich meint
    Hasse den Freund, der als Freund nur scheint,
    verachte die Wölfe und ähnliches Vieh,
    das wechselt den Pelz und den Charakter nie.
    Meckere nicht viel, und bleibe nicht faul,
    den Lästermäulern zu schlagen aufs Maul.
    Das Undeutsche fliehe, das Deutsche begehre,
    Charakterlumpen haben keine Ehre,
    und weil ihnen das teuflischte Mittel stets recht,
    drum sind sie dem Teufel für die Hölle zu schlecht.

    Erst wenn die Schwätzer und Kriecher, die Sklaven und
    sklavenähnlichen Geschöpfe aus Deutschland verschwunden sind,
    wird es keine Protzen und Tyrannen mehr geben!

    Wir wollen frei deutsche Menschen sein, keine Sklaven!
    Wir benennen unsere Straßen und Ortschaften wie es uns beliebt!

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