„Mehmet“ künftig als städtischer Sozialarbeiter?

Der Serientäter will wieder nach München / BIA war wieder einmal schneller

Als „Mehmet“ hat sich der 1998 aus Deutschland ausgewiesene türkische Serienstraftäter Muhlis A. auf traurige Weise unsterblich gemacht. Der heute 28jährige, der Medienberichten zufolge in der Türkei erfolgreich im Waffenhandel tätig ist, hatte seinerzeit aufgrund von etwa 60 Straftaten die Aufenthaltserlaubnis verloren. Einem Strafantritt in Deutschland hatte er sich durch Flucht in die Türkei entzogen.

Jetzt will „Mehmet“, man glaubt es kaum, wieder nach Deutschland zurück. Dieser Tage richtete er einen Bittbrief an Bundespräsident Gauck, der ihm die Wiedereinreise in die Bundesrepublik ermöglichen soll. Zunächst will „Mehmet“ 2013 angeblich Freunde in München besuchen. Auch der bayerische Innenminister Herrmann (CSU) ist von dieser Perspektive nicht erbaut und rief Medienvertretern gegenüber das unglaubliche Strafregister des Flüchtigen in Erinnerung. Es gebe keinen Grund, an dessen „Läuterung“ zu glauben, erklärte er.

Sogar die wachsweiche Münchner CSU-Rathausfraktion hat den Braten gerochen. Fraktionschef Josef Schmid – das ist der Mann, der sich dieses Jahr selbst als Redner zum schwullesbischen „Christopher Street-Day“ einlud – plädierte dafür, „Mehmets“ Einreise „mit allen rechtlichen Mitteln zu verhindern“. Man brauche „Mehmet“ nicht wieder in Deutschland.

Das war am 18. September. Am Morgen des gleichen Tages war die BIA wieder einmal schneller und hatte vorsorglich schon einen gleichlautenden Antrag in den Rathaus-Geschäftsgang eingereicht – gut möglich, daß sich der CSU-Fraktionschef mit Zitaten daraus bediente. So oder so, in der Begründung des BIA-Antrags heißt es unter anderem: „Der Antrag, weder das geltende Wiedereinreiseverbot aufzuheben noch ‚Mehmet‘ sonst irgendwelche Möglichkeiten zu eröffnen, sich in München außerhalb einer Gefängniszelle aufzuhalten, wird rein vorsorglich gestellt, ehe Vertreter der Münchner ‚Zivilgesellschaft‘ auf die Idee verfallen, ihm im Rahmen der ‚interkulturellen Öffnung‘ der städtischen Verwaltung womöglich eine Perspektive als Bewährungshelfer zu eröffnen (…)“ (Antrags-Nr. 08-14 / A 3641).

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