Hohe Schulabbrecherquoten in München – verfehlen die städtischen Fördermittel ihren Zweck?

STADTRATSANFRAGE 16. Januar 2017

Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ vom 09.01.2017 ist die Quote der Schulabbrecher in München vergleichsweise hoch. Während sie im Freistaat 2014 bei 4,4 Prozent lag, betrug sie in der LHM 6,37 Prozent. Auch in den Umlandgemeinden brechen deutlich weniger Jugendliche ihre Schulausbildung ab, in Starnberg etwa 1,81 Prozent, in Wolfratshausen 2,98 Prozent. Während sich das bayerische Kultusministerium mit einer Kommentierung dieses Sachstandes zurückhält, teilt das städtische Bildungsreferat (lt. SZ) mit: „In Großstädten bestehe ein enger Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und den Bildungsergebnissen (…). In Städten wohnen tendenziell mehr sozial schwache Familien mit Migrationshintergrund – ihre Kinder tun sich in der Schule oftmals schwerer.“ Die LHM läßt sich die besondere Förderung bedürftiger Schulen viel Geld kosten, immerhin 5,7 Millionen Euro. Mit diesem Geld werden an allgemeinbildenden und (seit Beginn des laufenden Schuljahres) zwölf Berufsschulen etwa Lernbegleiter finanziert, die den Schülern Hilfestellung bieten und sie bei ihrer Lehre unterstützen (wiedergegeben nach: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/spezielle-foerderung-ohne-abschluss-1.3325736; zul. aufgrufen: 16.01.2017, 2.47 Uhr; KR). – Es stellen sich Fragen.

Ich frage den Oberbürgermeister:

1. Wie entwickelten sich die Schulabbrecherquoten seit dem Jahr 2010? Wie hoch lag die Münchner Quote insbesondere 2015 und 2016? (Bitte Zahlen je Jahr angeben!)

2. Wo liegt – ausweislich der dem Bildungsreferat vorliegenden Zahlen – der Hauptgrund für einen Abbruch der Schulausbildung: im sozial schwachen Familienhintergrund ODER im Migrationshintergrund?

3. Angesichts eines erheblichen Zustroms weiterer Kinder und Jugendlicher mit „Migrationshintergrund“ im Zuge der anhaltenden „Flüchtlings“krise ist mit einem weiter steigenden Förderbedarf im Rahmen der „bedarfsorientierten Budgetierung“ im kommunalen Bildungsmanagment zu rechnen. Mit welcher Fördersumme ist 2017 zu rechnen? Wie entwickelte sich die in Rede stehende Summe seit Einführung des einschlägigen Förderinstrumentariums im Jahr 2013?

3. Inwieweit vermag die LHM angesichts der vergleichsweise hohen Münchner Schulabbrecherquoten der Einschätzung zufolgen, daß die eingesetzten Fördergelder ihren Zweck verfehlen?

Unterschrift_KR
Karl Richter
Stadtrat

Link zum RatsInformationsSystem der Stadt München (neues Fenster):
https://www.ris-muenchen.de/RII/RII/ris_antrag_detail.jsp?risid=4341974

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