Es geht um mehr als ein Plakat

Aus aktuellem Anlaß: Der Streit um ein BIA-Wahlplakat zielt auf Grundsätzliches

Wir wollen den Fall nicht höher hängen, als es sein muß. Aber durch die vom scheidenden Münchner Oberbürgermeister Ude angekündigte Strafanzeige wegen sogenannter „Volksverhetzung“ hat die Auseinandersetzung um das Schwulen-Wahlplakat der BIA unerwartet eine ganz neue Dimension bekommen. Sollte der Fall tatsächlich vor Gericht verhandelt werden, wird es um sehr viel Grundsätzlicheres gehen als ein umstrittenes Wahlplakat, das im übrigen eine sehr konkrete und sehr nachvollziehbare politische Forderung transportiert. Deutsche Gerichte werden dann zu klären haben, ob Homosexuelle in Deutschland mittlerweile den Status einer heiligen Kuh haben, die nicht mehr kritisiert werden darf – wie bestimmte andere Minderheiten im übrigen auch. Damit steht letztlich die pathologische Schwulen-Hofierung aller etablierten Parteien in unserem Land auf dem Prüfstand, die in ihrer allgegenwärtigen Penetranz vielen Bürgern längst zum Hals heraushängt.

Müssen wir uns den permanenten Schwulenkult in den Medien, in der Politik wirklich gefallen lassen? Müssen Schwule und ihre Aktivitäten wirklich mit Steuergeldern alimentiert werden? Muß sich die nicht-schwule Bevölkerungsmehrheit die omnipräsente Schwuchtel-Vergötterung wirklich bieten lassen? Warum eigentlich?

Nein, nichts von alledem muß sein. Deshalb ist es gut, daß die Sache vor Gericht kommt. Denn dieser irre Prozeß, der letztlich wegen eines Strichmännchen-Piktogrammes geführt werden wird, wird Klarheit schaffen: ob wir noch in unserem Land Deutschland leben, das sich – in der bayerischen Verfassung etwa – dem besonderen Schutz der Familie und darüber hinaus dem deutschen Volk verpflichtet weiß. Oder: ob Minderheiten wie die Schwulen-Lobby sich dieses Land mittlerweile zueigen gemacht haben und inzwischen privilegierte Bevölkerungsgruppen sind.

Egal wie das Urteil ausfällt, es wird gut sein: denn entweder wird es einen Kritiker der inzwischen von allen etablierten Parteien betriebenen Schwulen-Privilegierung weithin sichtbar zum Märtyrer machen. Dann wird man im In- und Ausland unwiderruflich wissen, woran man mit diesem Land ist und daß es im Kreis ernstzunehmender Völker nichts mehr zu suchen hat. Oder: es rückt die Dinge wieder zurecht und anerkennt, daß die politische Forderung nach einem Stopp staatlicher Schwulenförderung legitim und in keiner Weise diskriminierend ist.

Wir mußten uns in den letzten Tagen auch aus den sogenannten „eigenen Reihen“ gelegentlich vorhalten lassen, daß das Schwulenthema doch nichts mit dem Anliegen „Ausländerstopp“ zu tun habe.

Natürlich hat es das. Der Einwand zeigt, daß manche die Dimension der Auseinandersetzung noch nicht begriffen haben. Dabei ist für jeden, der eins und eins zusammenzählen kann, völlig klar, daß eine demonstrative Schwulenförderung durch die etablierte Politik auf der gleichen Linie liegt wie die kontinuierliche Flutung unseres Weltteils Europa, unserer Heimat Deutschland mit Zuwanderern aus aller Herren Länder. Für beides sind die gleichen politischen Kräfte verantwortlich, die gleiche tonangebende Ideologie. Das eine wie das andere, Schwulenkult wie Überfremdung, nagt an unserer Zukunft, untergräbt unsere Existenz als intakte Gemeinschaft, macht unser biologisches Überleben im eigenen Land unwahrscheinlicher. Überfremdung und Schwulenkult sind zwei Seiten derselben Medaille. Der gemeinsame Nenner ist die Abkehr von der natürlichen Ordnung der Dinge, ja der Haß auf die eigene – ethnische – Gemeinschaft, der vorsätzliche Wille, sie zu schwächen. Dieser Zusammenhang liegt absolut klar zutage. Wir haben es mit einer „Kultur des Todes“ (Papst Johannes Paul II.) zu tun. Wenn wir überleben wollen, müssen wir sie überwinden.

Wir rufen in Erinnerung, daß die Werteordnung eines in heller Zersetzung begriffenen Westens glücklicherweise nicht alternativlos ist. Rußland etwa hat sich rechtzeitig auf seine traditionellen Werte und auf die Fundamente seiner staatlichen und sozialen Ordnung zurückbesonnen: Familie und Glauben. Die Regierung Putin hat konsequenterweise „Schwulenpropaganda“ in der Öffentlichkeit verboten (aber keineswegs, wie westliche Medien notorisch behaupten, Homosexualität an sich). Die russische Regierung hat dem Land letztes Jahr ein familienpolitisches Leitbild verordnet, das drei russische Kinder pro russischer Familie vorsieht. So kann verantwortungsvolle Politik für das eigene Land aussehen. Wir wünschten sie uns auch für Deutschland. Der Westen, die EU hat sich für den umgekehrten Weg entschieden – und wird daran entweder zugrundegehen oder in zwölfter Stunde und unter furchtbaren Wehen noch einmal genesen.

Wir haben uns entschieden, auf welcher Seite wir stehen. Das Konzept „Ausländerstopp“ schließt den Einsatz gegen eine kranke, pathologische Ideologie der sogenannten „westlichen Werte“ mit ein. Wir akzeptieren den schleichenden, täglichen Mord an unserem Land nicht, den uns die Politik aller tonangebenden Parteien zugedacht hat. Wir glauben an die Kraft und das Leben unseres Volkes, an unsere Familien und ihre Kinder.

Dem Anwurf der „Volksverhetzung“ aus dem Munde eines Münchner Oberbürgermeisters sehen wir mit mildem Lächeln entgegen. Unsere Zukunft ist es uns wert.

Karl Richter

Aufstand gegen Straßenschilder

Eine denkwürdige Diskussionsveranstaltung im Rathaus

Schon im Juli 2006  beschloß der Kommunalausschuß des Münchner Stadtrats mit den Stimmen von Grünen und SPD und gegen den Willen nahezu aller Anwohner die „Straßenneubenennung der ‚Von-Trotha-Straße’ in ‚Hererostraße’“. Zur Begründung der Umbenennung diente die Rolle des Generalleutnants Lothar von Trotha (1845–1920) bei der Niederschlagung des Herero-Aufstandes in Deutsch-Südwest im Jahr 1904.

Doch das war dem Münchner Ausländerbeirat, der sonst offenbar keine Probleme hat, zu wenig. Er legte deshalb nach und präsentierte am 26. März 2012 gleich eine ganze Wunschliste für weitere Umbenennungen. Betroffen sind etwa die Groß-Nabas-Straße, die Swakopmunder Straße und die Taku-Fort-Straße, weil dort „Massaker“ stattgefunden hätten.

Natürlich führte das Ansinnen des Ausländerbeirats zu Unstimmigkeiten und Auseinandersetzungen bei Anwohnern und in den Bezirksausschüssen. Vor allem die Anwohner sind in ihrer Mehrheit, wie schon im Fall der Von Trotha-Straße, gegen weitere Umbenennungen. Den Ausländerbeirat ficht das nicht an. Um die Dringlichkeit der Straßenumbenennungen im Münchner Osten zu unterstreichen, lud er dieser Tage gemeinsam mit dem „Arbeitskreis Panafrikanismus München e.V.“ zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Koloniale Straßennamen: wie lange noch?“ ins Münchner Rathaus ein.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung, moderiert von Almut Hilscher, einer langjährigen Afrika-Korrespondentin des „Spiegel“, wurde darauf hingewiesen, daß von einer Gruppierung, die mit einem Stadtrat im Rathaus vertreten ist, der Ausländerbeirat schon mal als „überflüssig“ bezeichnet worden sei – erschreckend. Daraufhin stellten die Podiumsteilnehmer/innen ihre Ansichten zum Thema vor, wobei CSU-Stadtrat Hans Podiuk noch die beste Figur abgab. Grünen-Lobbyist Siegfried Benker vertrat dagegen voll und ganz die Position des Ausländerbeirats und des „Arbeitskreises Panafrikanismus“. Schwarze Diskussionsteilnehmer – nicht von der CSU, dafür in exotischer Gewandung – wiederum strotzten vor Selbstbewußtsein. Eine schwarze Teilnehmerin beklagte mit lauter Stimme ihr Schicksal und das ihrer Kinder, die gezwungen seien, täglich mit den Straßentafeln, auf denen die Namen der Unterdrücker prangten, konfrontiert zu werden.

Schließlich kam BIA-Vertreter Manfred Schiessl zu Wort, unvergessen seit seiner Kandidatur zum Ausländerbeirat mit der BIA-nahen Liste ALK vor zwei Jahren. Er meinte, für ihn sei die Umbennungswut ein Tribut an den Zeitgeist oder „Mainstream“, der zur Zeit scharf links stehe. Schiessl argumentierte, man solle die Straßennamen so belassen, wie sie sind – die Stadt könne ja mit verstärkten Anstrengungen im Wohnungsbau neue Straßen schaffen und diese dann neu benennen. Vermutlich ein frommer Wunsch, so lange es viel vordringlichere Herausforderungen der Stadtpolitik gibt – wie zum Beispiel die Umbenennung der verbliebenen Münchner „Kolonialstraßen“…

Übersicht

Der Gender-Irrsinn von Karl Richter

Null Toleranz?! von Karl Richter

Überlebensdroge Gemeinnutz von Anonym

Überlebensdroge Gemeinnutz

„Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind uns willkommen, sie sind eine Bereicherung für uns alle.“ Das Zitat ist hinlänglich bekannt und stammt von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer.

Angesichts der Tatsache, daß inzwischen immer häufiger auch Polizisten Opfer von Gewalttaten mit „Migrationshintergrund“ werden, muß man den Böhmer-Erguß geradezu als wahnhaft bezeichnen. Selbst Feuerwehrleute werden immer öfter während ihrer Einsätze bedroht und tätlich angegriffen. In Westdeutschland werden mittlerweile ganze Stadtviertel von anatolisch-arabischen Jugendbanden kontrolliert (der Norden des Bezirks Berlin-Neukölln sei jedem Interessierten zur Anschauung empfohlen); allzu schüchtern dreinblickende Rest-Deutsche werden dort schon beinahe routinemäßig abgezogen und um ihre Habseligkeiten erleichtert. Nicht selten folgt eine blutige Nase als Dankeschön.

Der Ausländeranteil in der Bundesrepublik beträgt derzeit etwa 15 %, ihr Anteil am Aufkommen von schwersten Verbrechen wie Mord (29,5 %), Totschlag (29,6 %), Vergewaltigung (30,6 %) sowie gefährlicher und schwerer Körperverletzung (25,2 %) liegt deutlich höher. In diesem Zusammenhang von »Bereicherung« zu sprechen, kommt einer Verhöhnung der vielen unschuldigen Opfer dieser meist unqualifizierten und wenig gebildeten Einwanderer gleich.

Wie kommt es, daß gerade Ausländer aus islamischen Ländern und dem Nahen Osten besonders häufig in unseren Kriminalstatistiken auftauchen? Wie ist es zu erklären, daß 80 % der jugendlichen Intensivstraftäter – das sind Personen mit mehr als 10 Delikten – zum Beispiel in Berlin ausländischer Herkunft sind? Kriminologische Studien belegen, daß man bei Migrantenkindern in der Regel im Alter von zwölf Jahren ziemlich genau prognostizieren kann, ob der junge Mensch auf die schiefe Bahn gerät und damit ein gewaltiges und gewalttätiges Problem für unsere Gesellschaft wird oder ob er sich zumindest oberflächlich an die Regeln unseres Gemeinwesens halten wird.

Laut der Studie „Intensivtäter” aus der Feder des Kriminologen Claudius Ohder von der Berliner Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege sind „aggressives Verhalten, regelmäßiges Schwänzen und katastrophale Schulleistungen“ in diesem Alter Indikatoren für eine sich anbahnende kriminelle Laufbahn.

Die Überforderung vieler Ausländer an bundesdeutschen Schulen und der damit vorprogrammierte Fehlstart ins Berufsleben ist eine der Ursachen, daß junge Migranten sich schon früh als Verlierer in einer fremden Umgebung fühlen und dies durch Gewalt und Haß gegen alles Deutsche zu kompensieren versuchen. In diesem Zusammenhang stehen auch die Forderungen vieler Politiker der etablierten Parteien, das Unterrichtsniveau dem Potential der Zuwandererkinder anzupassen – dies käme allerdings dem Tod des deutschen Bildungswesens mit dramatischen Folgen für die gesamte Volkswirtschaft gleich.

Die besonders ausgeprägte Neigung zur Gewalt vieler junger Migranten hat sicher mehrere Ursachen, von mentalen bis psychologischen, vor allem aber die ausufrnde Toleranz unserer Gesellschaft. Die Samthandschuhpraxis der Polizei, der sattsam bekannte »Ausländerbonus« an bundesdeutschen Gerichten und die irrationale Gefühlsduselei bundesdeutscher Polit-Bonzen gegenüber Tätern mit „Migrationshintergrund“ wird von diesen als Schwäche gedeutet – und erbarmungslos ausgenutzt.

In der Bundesrepublik versucht man seit vielen Jahren eine Integration umzusetzen, die weder vom Großteil der Deutschen noch von der Mehrzahl der hier lebenden Fremden gewünscht wird. Parallelgesellschaften in westdeutschen Großstädten, aber auch in allen anderen Gesellschaften mit einem hohen Ausländeranteil (z. B. Frankreich, Großbritannien) oder einer multiethnischen Zusammensetzung wie in den USA beweisen, daß harmonische „multikulturelle“ Gesellschaften immer eine Fiktion weltfremder Träumer bleiben, multikriminelle Auswüchse als Vorstufe zum Bürgerkrieg dagegen die traurige Realität sind.

Es hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, angesichts steigender Ausländerkriminalität, zunehmender sozialer und wirtschaftlicher Probleme und wachsender ethnischer Spannungen die Notbremse ziehen zu wollen und sich für eine Rückführung eines Großteils der hier lebenden Fremden in ihre Heimatländer auszusprechen, so lange noch Zeit ist. Dies ist keine fremdenfeindliche Forderung, sondern ein Gebot, das sich am Wohl unseres Volkes orientiert. Diesem – und nur diesem – sind wir verantwortlich.

Null Toleranz?!

Was wir von Rudy Giuliani lernen können, wenn wir überleben wollen:

Null Toleranz?!

Karl Richter

Der Wortsinn ist von ernüchternder Deutlichkeit: „ tolerare”, lateinisch, heißt „ ertragen”. Das klingt wenig enthusiastisch und schon gar nicht nach dem Vollgefühl, das die moralische Überlegenheit handelsüblicher „Toleranter” eigentlich vermitteln müßte. Das Gegenteil ist richtig: wer etwas „toleriert”, tut es widerwillig und hat damit recht. Denn „ertragen” wird etwas, das einem unangenehm, fremd ist und das man gerne bei erstbester Gelegenheit wieder los würde.

Daß „Toleranz”-Edikte historisch immer in Glaubensdingen ausgestellt wurden, verwundert nicht. Denn mehr als der normale Mensch möchte gerade der Gläubige, wenn er es mit seinem Glauben ernst meint, eigentlich am liebsten unter seinesgleichen sein, darin sind sich Juden, Christen und Moslems völlig einig: Gott freut sich am meisten über die Eine, homogene Gemeinde, wer anderen Glaubens ist, stört das Bild, erzürnt Gott. Deshalb waren Toleranzedikte auch nie besonders tragfähig und glichen eher vorübergehenden Waffenstillständen. Die Christen im untergehenden Römischen Reich hielten sich, nachdem Kaiser Konstantin sie 313 im Edikt von Mailand den anderen Kulten rechtlich gleichgestellt hatte, denn auch nicht lange mit dieser Errungenschaft auf, sondern gingen ihrerseits zur Verfolgung Andersgläubiger über, so bald sie fest genug im Sattel saßen. Auch die französischen Protestanten, die Hugenotten, konnten sich auf das „Toleranz”-Edikt von Nantes (1598) nicht viel einbilden. Es wurde nicht einmal ein Jahrhundert später schon wieder aufgehoben, weil Ludwig XIV. an einem rein katholischen Frankreich mehr lag als an der Glaubensfreiheit.

Die totalitäre Versuchung  

Man mag einwenden, daß Glaubenskämpfe heute nicht mehr das Thema sind, weil zumindest die westliche Menschheit seit der Aufklärung darüber hinweg sei. Das stimmt aber nicht. Kaum daß die Scheiterhaufen der Inquisition verglommen waren, nahm das angeblich „aufgeklärte” Zeitalter den Faden auf und kultivierte, perfekter als jemals fanatische Priester, seine eigene Tradition des Massenmordes.

Die letzte Hexenverbrennung lag erst wenige Jahre zurück, als in Frankreich der jakobinische Gesinnungsterror Tausende auf die Guillotine brachte; Zehntausende fielen den Revolutionsheeren in der Vendée zum Opfer, ganze Landstriche wurden systematisch entvölkert. „Die Tugend ist ohne den Terror machtlos”, dekretierte Robespierre, und sein revolutionärer Spießgeselle Saint Just forderte: „Nicht die Gefängnisse, die Friedhöfe müssen überfüllt sein!” „Aufgeklärt” und vom rationalen Epochengeist durchdrungen waren nur die Methoden der neuen Ketzerverfolgungen: Guillotine, Bajonett und im 20. Jahrhundert der Genickschuß. Aber Toleranz?

Richtigerweise ist festzustellen, daß das „totalitäre Zeitalter” nicht erst mit der Französischen Revolution begann und auch nicht mit dem Ende der Sowjetunion endete. Wie auch? Die totalitäre Versuchung, die sehr viel mit dem Gewähren oder Versagen von Toleranz zu tun hat, ist eine anthropologische Konstante. Die Sehnsucht nach einem möglichst ähnlichen Umfeld ist in der menschlichen Verhaltensmitgift angelegt, denn nur genetisch Verwandte garantieren größtmöglichen Gruppenzusammenhalt und sichere Brutpflegebedingungen. Soziologen verunklaren diesen Befund eher, wenn sie auf das Prinzip der „sozialen Ähnlichkeit” rekurrieren, das zum Zug kommt, wenn sich etwa Firmenchefs in Vorstellungsgesprächen adäquate Mitarbeiter und künftig, im Rahmen des privatisierten Hochschulbetriebes, Professoren „ihre” Studenten aussuchen. Das zugrundeliegende Suchraster ist ein genetisches, erst in zweiter Linie ein soziales. Man muß es sich nur eingestehen.

Toleranz, das Aussitzen und „Ertragen” des Fremdartigen, ist bestenfalls als vorübergehender Ausnahmezustand vorgesehen. Der Normalzustand ist die Homogenität, alles andere schafft Streß, und zwar im buchstäblichen Sinne. Wer gezwungen ist, sich in einer Fremdsprache zu unterhalten, spricht unwillkürlich mit höherer Stimme als in seiner Muttersprache. Und Heimat, wird mit Recht behauptet, ist dort, wo ich mich nicht erklären muß: weil die anderen genauso gepolt sind wie man selbst.

Gewiß, eine Zeitlang lassen sich die Instinkte wegdrücken, läßt sich Heterogenität „ertragen”: wenn genug Nahrung und Lebensraum für alle da ist. Durch Bildung. Wenn Verhalten und Wahrnehmung tagtäglich und mit erheblichem Aufwand manipuliert werden, mit der Absicht, daß sich bei den Manipulierten Gewohnheit einstellt: durch farbige Nachrichtensprecher, schwarze Fernsehkommissare, dunkelhäutige Models in Modekatalogen; flankierend dazu die unausgesetzte Einschüchterung, Verweigerung sei „Rassismus”, das ärgste aller Vergehen. Und immerzu, halb Drohung, halb Versuchung: die Aufforderung zu mehr „Toleranz”.

Schwächung des natürlichen Immunsystems  

Die Wahrheit ist: Toleranz ist Manipulation des Natürlichen. Das ist allenthalben mit Händen zu greifen. Toleranz wird eingefordert für Fremde, Homosexuelle, Aidskranke, Drogenabhängige, Kriminelle, Psychopathen mit schwerer Kindheit und so weiter, und so fort. Mehr Toleranz bedeutet: mehr gesellschaftliche Anerkennung, mehr staatliche Zuschüsse, mehr Entfaltungsmöglichkeiten, mehr Zukunftsperspektiven – zwangsläufig auf Kosten derer, die nicht zu den Begünstigten gehören: heterosexuelle, einheimische, gesetzestreue Normalbürger, vorzugsweise solche mit Kindern. Präziser: diejenigen, die so gepolt sind, wie es eigentlich vorgesehen ist, wenn die Spezies, die Gruppe überleben soll, einschließlich der tausend feinen Mechanismen der Differenzierung, der Ausgrenzung, vererbt mit den Genen und weitergegeben von Generation zu Generation. Diskriminierung gehört zu den großen Selbstverständlichkeiten des Lebens, ob es uns gefällt oder nicht.

Es ist eine Milchmädchenrechnung: wo die Toleranz gegenüber Abweichendem, Lebens-Unrichtigem überhand nimmt auf Kosten der normalgebliebenenen Mitglieder des Gemeinwesens, nimmt die Überlebensfähigkeit des Ganzen Schaden. Die Geschichte wird zeigen, ob für die weißen Gesellschaften des Abendlandes noch Heilungschancen bestehen oder ob der Bazillus der Toleranz, die Droge Liberalismus schon das Mark angegriffen hat.  Der US-Politikwissenschaftler Paul E. Gottfried prägte vor geraumer Zeit die Vokabel vom „manipulativen Staat”, der durch die exzessive Förderung von Minderheiten und eine ausufernde Gleichstellungspolitik ( „gender mainstreaming”) unter anderem die „multikulturelle” Durchmischung und die Schleifung überkommener Wertesysteme betreibe. Tatsache ist, daß der „manipulative Staat”, der mit den Lebensinteressen seiner einheimischen Bürger nichts mehr am Hut hat, mittlerweile das politische Standardmodell in den westlichen Industriestaaten ist. Wie die Rassenunruhen in Frankreich Ende 2005 und die Szenen an der Berliner Rütli-Schule zeigten (die nur stellvertretend für die Situation an unzähligen anderen Schulen ist, die es nicht bis in die Schlagzeilen schaffen), ist der „manipulative Staat”  das tod-sichere Rezept, um die europäischen Gesellschaften in absehbarer Zeit endgültig an die Wand zu fahren. Man kann den bekannten Satz Ernst Jüngers gar nicht oft genug zitieren: „Wo der Liberalismus an sein äußerstes Ende gelangt, schließt er Mördern die Türe auf.”

Der „Toleranz” kommt dabei zentrale Bedeutung zu. Sie soll einerseits die natürliche Instinktmitgift, das kollektive Immunsystem ihrer Opfer schwächen, einlullen, außer Kraft setzen – während sie ihrerseits Querköpfen, Überlebenswilligen unverhohlen die Vernichtung ankündigt. Wer „Toleranz” sagt, muß sich die Unterstellung gefallen lassen, er wolle Andersdenkende ausmerzen, die historische Erfahrung legt diesen Verdacht nahe. Die Linkspostille „junge welt” stellte vor geraumer Zeit eine Broschüre zum „Umgang mit Rechten im Wahlkampf” vor und zitierte: „Rechtsextremes Gedankengut steht außerhalb des demokratischen Grundkonsenses und damit auch außerhalb des Toleranzbereiches.” Der Guillotinenterror der Französischen Revolution begründete sich ganz ähnlich: „Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit!”

Die „Toleranten” sind gar nicht tolerant  

Auch der erwähnte Paul E. Gottfried macht darauf aufmerksam, daß die selbsternannten „Toleranten” im Umgang mit ihren Kontrahenten alles andere als tolerant sind: „Konkret bedeutet dies, daß insbesondere den autochthonen Bürgern westlicher Gesellschaften in aller Deutlichkeit „kommuniziert” wird, wie sie sich in einer multikulturellen Gesellschaft zu verhalten und zu äußern haben. Diese Vorgaben implizieren z.B. Verstöße gegen die Lehr- und Meinungsfreiheit und die Kriminalisierung nicht genehmer Auffassungen, die mit Haft- oder Geldstrafen geahndet werden können. (…) „Falsches Denken” wird rigoros geahndet. Man mache sich hier nichts vor: Die Tatsache, daß viele Protagonisten der politischen Korrektheit keinerlei religiöse Bindungen erkennen lassen, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, daß sie jederzeit bereit sind, Zwangsmaßnahmen zu ergreifen, um Ketzer auf „den richtigen Weg zu bringen”.” (Paul E. Gottfried, Multikulturalismus und die Politik der Schuld. Unterwegs zum manipulativen Staat? Graz 2004, S. 7f.)

Lamento ist allerdings völlig fehl am Platz. Es gilt lediglich, die biologische Dimension der Konfliktstellung zu erkennen. Gesunde, überlebensfähige Gemeinwesen sind gegen den „Toleranz”-Bazillus immun, weil das körpereigene Abwehrsystem intakt ist und den Betrug durchschaut. Wir haben es mit einer politischen Form des Aids-Erregers zu tun. Er kaschiert sich unter der Larve wohlfeiler, hochmoralischer Gerechtigkeitsforderungen und führt im Endstadium zur Dekomposition des Trägers bei lebendigem Leibe:
Atomisierung, Parzellierung, Durchmischung.

Das Gegenmittel ist wie in der Biologie ein sehr naheliegendes. Es heißt „Null Toleranz” und ist im übrigen nicht neu, sondern wurde zum Beispiel vom früheren New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani mit großem Erfolg angewandt. Er folgte dabei der 1982 formulierten, aber lange unbeachtet gebliebenen „Broken Window”-Theorie von James Wilson und George Kelling, deren Kerngedanke lautet: wer ungestraft eine Scheibe an einem heruntergekommenen Haus einschlägt, wird später Schwerkrimineller. Die sozialpolitische Nutzanwendung liegt auf der Hand: jedes kleinste Nachgeben des Staates öffnet dem Verbrechen neue Pforten. Also setzte Giuliani auf konsequente Bekämpfung schon kleiner und kleinster Delikte. Anders geht es auch nicht: die weißen Blutkörperchen fragen sich schließlich auch nicht, ob sie Grippeviren vernichten oder Krebszellen mit Verständnis begegnen sollen.

Toleranz ist nicht angebracht. Schon gar nicht den „Toleranten” gegenüber, denen es nicht um Toleranz, sondern um schleichende Zerstörung geht. Ihnen und allen anderen Zersetzern des Lebendigen, Gewachsenen gegenüber muß es vielmehr heißen: „Null Toleranz”. Weil jedes weitere Nachgeben ein Schritt hin zum Abgrund ist. Weil es zwischen Überleben und Nicht-Überleben nichts zu diskutieren gibt. Und weil der Patient, die gewachsenen europäischen Gesellschaften unseres Weltteils, vor dem Exitus steht.

Der Gender-Irrsinn

Die neue Leitideologie und ein gigantisches Sozialexperiment:

Der Gender-Irrsinn

Karl Richter

Wir leben in einem Zeitalter, das sich zusehends vom Natürlichen abnabelt. Der postmoderne Großstädter hat immer weniger Kontakt zur Natur, ernährt sich immer künstlicher, und in seinem Denken ersetzen zunehmend „virtuelle”, also nur in der Vorstellung oder im Computer vorhandene Welten die Realität. Wer in dieser Entwicklung eine Folge der allgemeinen Bildungskatastophe sieht, liegt nicht ganz falsch: Blödianen, die außer dem täglichen RTL-Nachmittagsprogramm nichts mehr im Kopf haben, kann man jede Idiotie einreden. Beides zusammen, die fortschreitende Entnatürlichung unserer Lebensverhältnisse und der galoppierende Intelligenzverlust der ehemals zivilisierten „weißen” Gesellschaften der nördlichen Hemisphäre, ist die ideale Brutstätte des Irrsinns.

Der Marxismus, eines der großen Denkgebäude, die das 19. Jahrhundert hervorbrachte, bot ehedem ein präzises, ja sogar „wissenschaftliches” Instrumentarium zur Analyse der ökonomischen und gesellschaftlichen Prozesse. Aber: Marx treibender Impuls war die Fiktion des Klassenkampfes, die er 1848 im „Kommunistischen Manifest” umriß, ehe er in den 50er Jahren seine voluminösen theoretischen Werke zu Papier brachte. Alle späteren Revoluzzer und Wortführer der „Emanzipation” können sich auf Marx berufen, der alle bisherige Geschichte als Wechselspiel der immer gleichen – nämlich antagonistischen – sozialen Frontstellung (fehl)interpretierte: Sklaven gegen Gutsbesitzer, Bauern gegen Feudalherren, Bürger gegen Fürsten.

Freud und die Früchte des Trofim D. Lyssenko

Fatale Wirkung entfaltete der Marxismus, als er sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit einer anderen Pseudo-Religion vermengte, dem Freudianismus.

Während sich Freuds fragwürdiger Beitrag zur europäischen Geistesgeschichte im wesentlichen darauf beschränkte, alle menschlichen Strebungen entweder auf frühkindliche Fehlentwicklungen und/oder sexuelle Ungereimtheiten zu reduzieren, schlugen seine Adepten den Bogen zum Marxismus: beide trafen sich im sektenhaften Glauben an die gesellschaftliche – und nicht genetische – Prägung des Menschen sowie an die beliebige Veränderbarkeit aller Dinge. Im aufstrebenden Sowjetparadies, das den Marxismus als Staatsreligion zelebrierte, mutierten Psychologen zu „Ingenieuren der Seele”, während gleichzeitig fragwürdige Experimente die Vererbbarkeit erworbener Eigenschaften „beweisen” sollten – der Fall des Sowjet-Vererbungspapstes Lyssenko, der der Gelehrtenwelt allen Ernstes durch Umwelteinflüsse „erzogene” Feldfrüchte präsentierte. Der Schwindel flog natürlich auf.

Das hinderte westliche angebliche „Intellektuelle” nicht daran, die Mär von der beliebigen Manipulierbarkeit des Natürlichen nach dem Zweiten Weltkrieg erneut aufs Tapet zu bringen. Diesmal mit ungleich mehr Erfolg, denn schließlich hatte der Marxismus ja an der Seite des westlich-plutokratischen Materialismus soeben den auf Abstammung und Erbgut beharrenden „Rassismus” der „Nazis” bezwungen. Der ideologische Luftraum der Nachkriegszeit wurde demzufolge von Linken aller Schattierungen beherrscht: Vulgärmarxisten, Freudianern, Behaviouristen, Feministen. Das Ergebnis ist bekannt.

Der Exkurs in die Ideengeschichte der letzten 150 Jahre ist nötig, um die Entstehungsgeschichte der jüngsten Denk-Verirrung bloßzulegen, die sich hinter dem Modewort „Gender Mainstreaming” verbirgt. Sie geht zurück auf den 1921 in Neuseeland geborenen und in den USA lebenden Psychiater John Money, der mit absurden Menschenversuchen von sich reden machte – und dabei auf den Spuren des Sowjet-Biologen Lyssenko wandelte: Money experimentierte mit Inter- und Transsexuellen sowie mit Geschlechtsumwandlungen und behauptete allen Ernstes, man könne aus Männern Frauen und aus Frauen Männer machen.

Was Darwin die Galapagosfinken, war Money ein kanadisches Zwillingspaar: das bedauernswerte Demonstrationsobjekt der eigenen Theorie. Bruce und Brian Reimer kamen am 22. August 1965 im kanadischen Winnipeg als eineiige männliche Zwillinge zur Welt. Bei der Beschneidung knapp zwei Jahre nach der Geburt wurde Bruces männliches Glied verstümmelt, die Eltern wandten sich an Money, der ihnen zur  Geschlechtsumwandlung ihres Kindes riet und diese gleich selbst vornahm. Aus Bruce wurde Brenda. Money schärfte den Eltern ein, das Kind konsequent als Mädchen zu erziehen und ihm auch die Operation strikt zu verheimlichen. Eine Hormonbehandlung sollte das übrige tun.

Operation gelungen, Patient tot

Allerdings hielt sich die Realität nicht an Moneys Vorgaben. „Brenda”, die nie Hosen tragen durfte, verhielt sich trotz Mädchenkleidung jungenhaft, raufte gern, interessierte sich statt für Puppen für Waffen und Autos und begann allmählich auch gegen die ständigen Besuche bei Money zu rebellieren. Mit 13 wehrte sie sich erfolgreich gegen weitere Operationen und gab auf die Frage „Willst du ein Mädchen sein oder nicht?” die trotzige Antwort: „Nein.” Die Eltern kapitulierten schließlich und klärten „Brenda” über ihre Vergangenheit auf. Das Kind nahm die Jungenrolle an, nannte sich „David” und ließ sein männliches Geschlechtsteil so gut als möglich wiederherstellen. David heiratete und adopierte die Kinder seiner Frau. Am 4. Mai 2004, im Alter von 38 Jahren, beging er mit einer Schrotflinte Selbstmord.

Operation gelungen, Patient tot. Nicht einmal das. Moneys Experiment war bereits 1973 gescheitert, als sein Urheber es in seinem Hauptwerk „Gender Identity” noch als medizinischen Erfolg auszugeben versuchte – und als Beweis dafür, daß die menschliche Geschlechterrolle rein umweltbedingt sei: das alte marxistische Dogma der Behaviouristen. In Fachkreisen hielt Moneys fragwürdiger Ruhm denn auch nicht lange vor, und 1979 wurde seine „Gender Identity Clinic” geschlossen. Erst jetzt begann er, sein medizinisches Muster-Experiment in seinen Schriften und Büchern dezent zu verschweigen, hielt an seiner kruden Theorie aber nichtsdestoweniger fest. Vorwürfen begegnete er mit der kaltschnäuzigen Behauptung, aus ihnen spreche der nackte Anti-Feminismus.

Es ist ein altes Gesetz in der Geschichte der wissenschaftlichen Moden: es müssen immer erst ein paar Jahre – meist Jahrzehnte – ins Land gehen, ehe das Neue zur „Schule” wird und Breitenwirksamkeit erlangt. Mit „richtig” oder „falsch” hat das nichts zu tun, eher mit den Eigengesetzlichkeiten der Sektenbildung. Marxismus, Freudianismus und Feminismus bieten dafür den besten Anschauungsunterricht: hier wie dort gab es „Päpste” und „Heilige Bücher”, Anhänger, „Ketzer”, eigene „Kirchen”, Abtrünnige und Konvertiten.

John Money starb 2006, doch der von ihm in die Welt gesetzte Wissenschafts-Irrsinn lebt weiter, weil Wellen vulgärmarxistischer Moden in den letzten Jahrzehnten das Feld bereitet haben. Man erinnert sich an die unsägliche Diskussion um eine andere Grundfrage der Biologie, nämlich, ob es „Rassen” im genetischen Sinne gebe. Als ob es noch schlagenderer Beweise bedurft hätte, steuerte gerade die Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes in den letzten zehn Jahren eine Reihe robuster Fakten bei, die die genetische Prägung des Menschen heute als völlig unstrittig erscheinen lassen. Nur unverbesserliche Linke kämpfen noch hilflos gegen die Fülle der Tatsachen an – während in den Apotheken längst die „Ethno-Medizin” ihren Einzug hält: Präparate, die speziell für bestimmte Bevölkerungsgruppen entwickelt wurden, weil neben Hautfarbe, Intelligenz und Charaktereigenschaften auch Krankheitsdispositionen und die Wirksamkeit von Medikamenten ethnisch, d.h. genetisch determiniert ist.

Gigantisches Umerziehungs-Experiment

Während der Kampf um die „Rasse” entschieden ist – zumindest bei denen, die es wissen müssen: Genetikern, Medizinern, Pharmazeuten -, wird um das Geschlecht umso grimmiger gestritten: ein Rückzugsgefecht, gewiß, aber eines mit verheerenden Auswirkungen. Denn während über das mißlungene Pilotexperiment des John Money heute niemand mehr ernsthaft diskutiert, betreiben Heerscharen feministisch vorbelasteter, vulgärmarxistisch umnebelter Pädagogen, Sozialwissenschaftler und Politiker heute genau sein Geschäft: die Geschlechtsumwandlung. Daß sie dabei nicht mehr mit dem Skalpell, sondern mit Mitteln der Propaganda, der Gehirnwäsche und aktiver Lobbypolitik vorgehen, macht die Sache nicht einfacher.

Das Zauberwort also heißt „Gender Mainstreaming”. Die dahinterstehende Ideologie ist der alte marxistisch-freudianische Wahn von den allmächtigen Umwelteinflüssen. Aus linker Sicht ein durchaus nachvollziehbares Manöver: nach dem verlorenen Gefecht um die „Rasse” muß die beliebige Veränderbarkeit des Natürlichen – insbesondere mit Mitteln der Erziehung, der Belehrung, der Indoktrination – nun an einem anderen Objekt „bewiesen” werden. Und weil es manipulierte Kartoffeln, wie bei Lyssenko, und auch der inzwischen entzifferte genetische Code nicht mehr tun, ist jetzt das Geschlecht dran. Seine Existenz wird kurzweg geleugnet, oder besser: diffamiert, nämlich als etwas Sekundäres, durch Umwelt und Gesellschaft Anerzogenes, das „sozial erlebte Geschlecht”.

Man merkt die Absicht und ist verstimmt. Denn wenn man die „Gender”-Fiktion ernstnimmt, eröffnet sie ganzen Berufszweigen, Psychologen, Psychiatern und Sozialtherapeuten, ein unerschöpfliches Betätigungsfeld – und der Linken die Möglichkeit, nach dem gescheiterten Kommunismus ein neues gigantisches Bevormundungs-Experiment auszurufen. Zielobjekt: die ganze Menschheit – schließlich ist jeder Erdenbürger entweder Mann oder Frau, in den Augen der „Gender”-Ideologen mithin veränderbar und umerziehungsbedürftig. Und wer sich weigert?

Tatsächlich ist der „Gender Mainstreaming”-Irrsinn gefährlicher als alle vorangegangenen Pathologien, die die Linke der Menschheit in den letzten 150 Jahren zugemutet hat. Sie stellt nämlich nicht soziale Besitzstände, Eigentums- oder Produktionsverhältnisse in Frage, sondern Primäres, Eigentliches am Menschen: seine Identität, die sich im Geschlecht manifestiert. Menschsein ist, so banal die Feststellung klingt, per se sexuell determiniert. Wer als Mensch durchs Leben geht, tut dies zwangsläufig als Mann oder Frau, und zwar von Geburt an. Das Sexuelle ist eine Primärgröße des Lebens.

Angriff auf die Familie

Sie der Manipulierbarkeit durch postmoderne „Ingenieure der Seele” preiszugeben, bedeutet den vielleicht radikalsten Angriff auf die Spezies, der sich denken läßt. Er braucht keinen Vergleich mit den kommunistischen Massenmord-Freilandversuchen des 20. Jahrhunderts zu scheuen. Was im Sowjetstaat Kulaken und „Klassenfeinde” waren – Verstockte, die sich den Segnungen des Kommunismus verweigerten -, sind in den Augen der „Gender”-Ideologen alle, die sich in ihrer Haut wohlfühlen und mit ihrer Rolle als Mann oder Frau eigentlich ganz zufrieden sind: in der schönen neuen „Gender”-Welt ein veritables Gedankenverbrechen, denn Männer sind nun mal „Chauvis” und Frauen prinzipiell benachteiligt. Da hilft nur hartnäckige Therapie, ganz wie bei „Gender”-Stammvater Money: aus Männern mach Frauen – und umgekehrt.

Übertrieben? Mitnichten. Bettina Röhl bringt es in der Zeitschrift „Cicero” auf den Punkt:

„„Gender Mainstreaming” heißt im Klartext kompletter Umbau der Gesellschaft und Neuerfindung der Menschheit. „Gender Mainstreaming” ist eine Art totalitärer Kommunismus in Sachen Sex und Geschlechterbeziehung. Mädchen in die GM-Förderprogramme, Jungs in die „Gender Mainstream”-Umerziehungsschule, wo sie die historischen Verbrechen der Männer an den Frauen büffeln. Und die Familie? Abgeschafft. Nur schwach kann GM verbergen, daß hier eine Art pseudowissenschaftlicher „Rassismus” und letztlich auch Sexismus zwischen den Geschlechtern initiiert wird, an dessen Ende eine männerlose Welt stehen könnte. Eine Allmachtsphantasie.”

Vorderhand ist „Gender Mainstreaming” vor allem eines: ein weiterer Frontalangriff auf die Institution Familie. Denn „Gender Mainstreaming” ist auf dem besten Weg, zur Leit-Ideologie der westlichen Gesellschaften zu werden, die in den letzten Jahrzehnten bereits mit Erfolg durch die Säurebäder der 68er-Umerziehung, des „Antifaschismus”/„Antirassismus” und der political correctness für den finalen Gehirntod präpariert wurden.

Szenen aus dem realexistierenden „Gender Mainstreaming”-Irrenhaus: in Wien wurden, um „überholte” Geschlechterbilder im öffentlichen Raum zu konterkarieren, für viel Geld neue Verkehrsschilder und Piktogramme hergestellt, die die neuen, erwünschten Rollenbilder widerspiegeln sollen – auf Fluchtwegen etwa eine fliehende Frau mit wehenden Haaren und Rock, an den Sitzplätzen für Alte, Behinderte und Frauen mit Kindern in den öffentlichen Verkehrsmitteln ein Mann, der ein Baby im Arm hält. Die sozialistische Frauenstadträtin Sonja Wehsely macht aus ihrer Umerziehungsabsicht kein Hehl: „Auch Zeichensprache zeigt sehr viel über Machtverhältnisse und sehr viel über Rollenverteilung. Das ist ein Bereich, der ganz leicht zu verändern ist.”

„Gender”-Ministerin Ursula von der Leyen

Der Irrsinn fängt freilich, wie könnte es anders sein, schon im eigenen bundesdeutschen Narrenbiotop an. In Nordrhein-Westfalen gab die Landesregierung unlängst die stattliche Summe von 27.000 Euro für eine Studie aus, die Umweltexperten angefertigt hatten: aber nicht etwa über die Auswirkungen des Klimawandels oder die Vermehrung des Borkenkäfers, sondern über die Umsetzung von „Gender Mainstreaming” im Nationalpark Eifel. Die „Experten”, eine Soziologin und eine Ökotrophologin, empfahlen unter anderem, Bilder von der Hirschbrunft möglichst aus den Werbebroschüren des Nationalparks zu streichen, denn so etwas fördere „stereotype Geschlechterrollen”.

Was die wenigsten wissen: solche Entgleisungen sind keine Einzelfälle, sondern offizielle Regierungspolitik der Merkel-Koalition. Denn: „Gender Mainstreaming” ist Leitprinzip für alle Bundesbehörden, so steht es in der – noch unter Rot-Grün aktualisierten – Geschäftsordnung der Bundesregierung. Zwölf Bundesländer sind inzwischen mit eigenen ähnlichlautenden Regelungen nachgezogen, das CSU-regierte Bayern ebenso wie der rot-rote Berliner Senat. Ganz vorne dabei: die angeblich „konservative” CDU-Bundesfamilien(?)ministerin Ursula von der Leyen. Sie verkündete gleich zu Beginn ihrer Amtszeit: „Mit Gender Mainstreaming hinken wir der internationalen Entwicklung hinterher.”

Umerziehung, Geschlechtsumwandlung, die Herbeimanipulation eines „neuen Menschen” – und alles auch noch als offizielle Politik der Bundesregierung. Wer hätte gedacht, daß es einmal so weit kommen könnte? Als der US-Historiker Francis Fukuyama Anfang der neunziger Jahre sein vielbeachtetes Buch über das „Ende der Geschichte” vorlegte, gab es „Gender Mainstreaming” noch nicht. Heute sind wir schlauer und dem Ende der Geschichte infolge Verblödung ein gutes Stück näher. Danke, Mr. Money!