Zusatzschilder für 238 Münchner NS-„Erinnerungsorte“ – Stand der Dinge?

28. September 2012 0 Von Karl Richter

STADTRATSANFRAGE, 28. September 2012

Nach einem Beschluß des Kulturausschusses vom Januar 2011 – Beschlußvorlage Nr. 08-14 / V 05426 – sollen die „vergessenen Orte der Topographie des Terrors sichtbarer“ gemacht und „Ort und Erinnerung“ zusammengebracht werden. Hierzu soll laut Beschlußvorlage u.a. eine „Datenbank vorerst zur stadtinternen Nutzung“ eingerichtet werden. In weiterer Folge beschloß der Kulturausschuß, einschlägige Straßennamen im Münchner Stadtgebiet mit erklärenden Zusatzschildern zu versehen. Bislang ist von immerhin 238 „Erinnerungsorten“ die Rede, die sich auf die Münchner NS-Geschichte beziehen und mit Zusatzschildern versehen werden sollen. Die Bezirksausschüsse befürworten die Anbringung der Zusatzschilder mehrheitlich, stehen einer Finanzierung aus BA-Mitteln aber kritisch gegenüber. Die Gesamtkosten der Zusatzbeschilderung werden immerhin auf 48.000 Euro beziffert, jährlich im Durchschnitt 9600 Euro. Hier stellen sich Fragen.

Ich frage den Oberbürgermeister:

1. Wie weit ist die Anbringung der zeithistorisch bedeutsamen Zusatzschilder an Münchner Straßenschildern inzwischen (Stand: 09/2012) gediehen?

2. Inwieweit konnte der geplante finanzielle Rahmen bislang eingehalten werden?

3. Inwieweit ist inzwischen ggf. zusätzlicher Bedarf an erklärenden Schildern erkennbar, etwa weil weitere „Erinnerungsorte“ ins Blickfeld der Stadt bzw. der betrauten Experten – als bisherige Verantwortliche für die Zusammenstellung der „Erinnerungsorte“ wird die Historikerin Dr. Sabine Schalm genannt – getreten sind?

Unterschrift_KR
Karl Richter
Stadtrat

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http://www.ris-muenchen.de/RII2/RII/ris_antrag_detail.jsp?risid=2765013