Bravo, Björn Höcke!

18. Januar 2017 2 Von Karl Richter

Thüringer AfD-Chef auf den Spuren des Münchner BIA-Stadtrats Karl Richter

Im Vorfeld des diesjährigen Holocaust-Gedenktages sorgt jetzt der Vorsitzende der Thüringer AfD-Landtagsfraktion, Björn Höcke, für Schlagzeilen: Medienberichten zufolge bezeichnete er unlängst im Rahmen einer Vortragsveranstaltung bei der Jungen Alternative in Dresden das Berliner Holocaust-Mahnmal als „Denkmal der Schande“. Völlig zutreffend sprach Höcke auch den Schuldkomplex der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg an: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“

In der Sache sind Höckes Äußerungen nichts Neues und unter eigenständigen Köpfen eine Selbstverständlichkeit. Eine ähnlichlautende Erklärung zum Holocaust-Dauergedenken wie Höcke gab der Münchner BIA-Stadtrat Karl Richter genau heute vor sieben Jahren, am 18.01.2010, in seiner Eigenschaft als damals stellvertretender NPD-Parteivorsitzender ab. In der Erklärung hieß es damals, die inländerfreundliche Opposition werde „den bevorstehenden 65. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz nicht als ´rituelle Dauerstigmatisierung der Deutschen zum ´Tätervolk´ hinnehmen“.

Der einzige oppositionelle Stadtrat im Münchner Rathaus war damals von der bayerischen Landeshauptstadt zu einer Gedenkveranstaltung im Bayerischen Landtag aus Anlaß des Holocaust-Gedenktages eingeladen, dann jedoch an der Landtagspforte unter erheblichem Medien- und Polizeieinsatz wieder ausgeladen worden.

Der Thüringer AfD-Chef, der sich jetzt wegen seiner sachlich unstrittigen Äußerungen mit dem üblichen Lamento und einer Strafanzeige wegen „Volksverhetzung“ konfrontiert sieht, befindet sich mithin in guter Gesellschaft. Höcke weiß ebenso wie der Münchner BIA-Stadtrat, daß sich die Wahrheit auf Dauer weder verbieten noch totschweigen läßt. Die Anwürfe der politisch Korrekten ignoriert man am besten, das ist in München nicht anders als in Erfurt.