Ein Beitrag zur Sicherheit: Stichsichere Schutzwesten für Münchner U-Bahn-Fahrgäste

25. Juli 2018 Aus Von Cte

STADTRATSANTRAG 25. Juli 2018

Ich beantrage: Der Stadtrat beschließt: Die MVG stellt Münchner U-Bahn-Fahrgästen, die dies wünschen, stichsichere Sicherheitswesten zur Verfügung. Die dafür erforderliche Infrastruktur ist zu schaffen, der Bedarf zeitnah zu ermitteln. Dem Stadtrat wird über den Planungsstand Bericht erstattet.

Begründung:

Immer wieder und mit zunehmender Tendenz werden die öffentlichen Verkehrsmittel, gerade auch im regionalen und kommunalen Raum, Schauplatz heimtückischer Messerattacken. Medien und Politikern zufolge haben die Übergriffe mit Stichwaffen im öffentlichen Raum keinerlei religiösen, terroristischen oder sonst irgendeinen erkennbaren Hintergrund. Vielmehr handelt es sich bei den Tatverdächtigen laut offizieller Berichterstattung häufig um „traumatisierte“ Einzeltäter mit unklarem ethnischem Hintergrund („Deutsch-Iraner“, „Deutscher“, „Deutsch-Tunesier“ etc.). Messerattacken in öffentlichen Verkehrsmitteln sind mithin völlig unkalkulierbar, folgen keinem erkennbaren Muster und sind deshalb besonders heimtückisch.

Erst letzte Woche ereignete sich in einem Bus in Lübeck ein neuerlicher Zwischenfall – in diesem Fall wurden bei der Messerattacke eines „Deutsch-Iraners“ zehn Menschen zum Teil schwer verletzt.

Aber auch Bayern und selbst die als vergleichsweise sicher geltende Landeshauptstadt München sind keine Insel der Seligen. In der Nacht vom 17. auf den 18.03. wurde am Hauptbahnhof ein 22jähriger Opfer einer Messerattacke – hier wurde der zunächst unbekannte Tatverdächtige Medien zufolge als „südländische Erscheinung“ beschrieben (Quelle: https://www.muenchen.tv/messerattacke-am-hauptbahnhof-zeugenaufruf-262855/; zul. aufgerufen: 25.07.2018, 01.44 Uhr; KR). Im Mai 2016 hatte ein „Deutscher“ aus Grafing unter landesüblichen „Allahu akbar“-Rufen am Bahnhof von Grafing um sich gestochen und mehrere Menschen verletzt – eines der Opfer verstarb (Quelle: http://t1p.de/ir6d; zul. aufgerufen: 25.07., 01.49 Uhr; KR); im Juni 2015 wurde in der S8 zwischen Johanneskirchen und Unterföhring eine Frau von einer offenkundig psychotischen Täterin mit einem Messer bedroht (Quelle: http://t1p.de/9vj2; zul. aufgerufen: 25.07., 01.54 Uhr; KR).

Wegen der räumlichen Enge und fehlender Fluchtmöglichkeiten sind Messerattacken in öffentlichen Verkehrsmitteln besonders heimtückisch. Hier ist die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) gefordert, Abhilfe zu schaffen. Als Betreiberin des Münchner Verkehrsnetzes verfügt sie über die finanziellen ebenso wie die logistischen Möglichkeiten, zumindest in den U-Bahnen durch geeignete Vorkehrungen mehr Sicherheit zu schaffen.

Statistisch benutzen täglich rund 1,12 Millionen Fahrgäste die Münchner U-Bahnen. Nicht nur vor dem Hintergrund einer noch immer wachsenden Terrorgefahr handelt es sich dabei um eine außerordentlich vulnerable (= verwundbare) Zielgruppe. Schon um das subjektive Sicherheitsgefühl in den Münchner U-Bahnen zu verbessern, wäre das Vorhalten von stichsicheren Sicherheitswesten zumindest für besonders sicherheitsbewußte Fahrgäste ein Beitrag zum entspannten U-Bahn-Fahren auch in Zeiten akuter Terrorgefahr.

Die MVG konnte Maßnahmen wie die Inbetriebnahme einer eigenen Mietrad-Infrastruktur (M-Rad) in den letzten Jahren souverän stemmen. Auch die Vorhaltung einer geeigneten Menge stichsicherer Sicherheitswesten für Münchner U-Bahn-Fahrgäste dürfte sie nicht vor unüberwindbare Schwierigkeiten stellen. Die Sicherheitswesten sollten in einem leicht zugänglichen Bereich der Münchner U-Bahnstationen problemlos entnommen und angelegt und beim Verlassen der U-Bahn ebenso unkompliziert wieder abgegeben, also z.B. in ein spezielles Lagerbehältnis zurückgegeben werden können.

In einem ersten Planungsschritt ermittelt die MVG hierfür den plausiblen Bedarf an stichsicheren Schutzwesten. Über diesen und alle weiteren Planungsschritte wird der Stadtrat in Kenntnis gesetzt, der über die schlußendliche Umsetzung des Vorhabens entscheidet.


Karl Richter
Stadtrat

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